Lebst Du auch vegan?

Selbstverständlich sollte jeder Mensch für sich selbst entscheiden, wie er sich ernährt, sich kleidet und welchen Lebensstil er bevorzugt. Allerdings sind unsere alltäglichen Konsum-Entscheidungen nicht nur Privatangelegenheit, sondern haben neben den fatalen Folgen für 60 Milliarden Tiere im Jahr auch weitreichende Auswirkungen auf unsere Umwelt und für andere Menschen - weltweit. 

Für die Tiere

Während wir uns gerne mit den feinen Nuancen unserer eigenen Befindlichkeiten beschäftigen, finden hinter Mauern unglaubliche Grausamkeiten an Tieren statt. Unseretwegen.

Lebewesen, die auf engstem Raum zusammengepfercht ein kurzes, hoffnungsloses und schmerzvolles Dasein fristen, Horror-Transporte über hunderte von Kilometern erdulden müssen und in den Schlachthöfen unter Stress und Angst im Akkord getötet werden. 

Dabei wird aus "Kosten-Nutzen"-Gründen auch hingenommen, dass viele Tiere noch bei lebendigem Leib in kochend heiße Brühkessel getaucht oder bei vollem Bewusstsein mit dem Schlachtmesser zerlegt werden. Ohne Betäubung werden Küken die Schnäbel gekürzt und Ferkel kastriert.

Man kann außerdem zu dem Schluss kommen, dass Rinder in der Milchwirtschaft noch viel mehr Leid ertragen müssen, als ihre Artgenossen, die wegen ihrem Fleisch schon früher sterben dürfen.

Und neben dem ganz legalen Grauen kommen immer wieder schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ans Tageslicht: Tiere die willkürlich totgeschlagen werden, in ihren Ställen verhungern oder lebendig entsorgt werden.

Fast wöchentlich lesen wir von verunglückten Tiertransportern oder abgebrannten Ställen.

 

Wieviel Wahrheit erträgst Du? - Earthlings

Für andere Menschen

Eine Millarde Menschen auf der ganzen Welt sind von Hunger betroffen - Tendenz steigend. Dabei würden unsere weltweiten Kapazitäten für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel für alle Bewohner dieses Planeten ausreichen.

Drei Viertel aller Agrar-Nutzflächen werden für die Fütterung von "Nutztieren" beansprucht und bis zu 90% der weltweiten Sojaernte in der Fleischproduktion verfüttert.

Dabei werden bis zu 16 kg Getreide eingesetzt um 1 kg Fleisch zu gewinnen - während täglich bis zu 43.000 Menschen verhungern.

In vielen Drittweltländern die von Hunger betroffen sind, wird sogar ein Nahrungsüberschuss erreicht, der jedoch in Industrienationen exportiert wird, um Fleisch zu produzieren.

"Niemand is(s)t für sich allein" - der Überfluss auf der einen Seite steht im direkten Zusammenhang mit dem Hunger der anderen.

 

Surftipp: Erkenne den Zusammenhang

Für Mutter Erde

Die Produktion von Fleisch ist stark umweltschädlich, führt zur Abholzung von Regenwald und ist aufgrund des immensen Methan- und CO2-Aufkommens ein wesentlicher Faktor für den Klimawandel.

"Fleisch frisst Land" - Für die Produktion von Futtermitteln für die "Nutztier"-Haltung werden jede Sekunde ca. 40qm Regenwald abgeholzt  - ein Gebiet so groß wie halbes Fussballfeld. 

Für 1kg Rindfleisch werden mehr Treibhausgase erzeugt, als bei einer Autofahrt über 250km. Diese Treibhausgase sind höher als die des kompletten Fahr- und Flugverkehrs weltweit und damit der Hauptverursacher des weltweiten Klimawandels.

Weltweit werden - auch als Abfallprodukt der Fleischindustrie bereits annähernd 200 Millionen Tonnen Dünger pro Jahr verteilt. Dies führt zu einer hohen Nitrat-Belastung des Grundwassers und bei Lebensmitteln - und somit zu einer katastrophalen Belastung der Umwelt mit schwer wiegenden gesundheitlichen Risiken.

 

 Hausaufgabe: Werde "Fleischversteher" mit Android oder Iphone

Für einen deutlich kleineren Wasser-Fussabdruck

Der Begriff des Wasser-Fussabdrucks ist erst ein paar Jahre alt und beschreibt den Wasserverbrauch einer Person, eines Produkts oder ganzer Staaten.

Dieser liegt in Deutschland pro Person bei durchschnittlich 3900 Litern am Tag - dabei macht das Wasser, das wir täglich in unserem Haushalt verbrauchen nur einen kleinen Teil aus.

Über 2 Drittel unseres Wasserverbrauchs entstehen sogar außerhalb unserer Landesgrenzen -  in den Ländern, in denen unsere Nahrungsmittel und unsere Kleidung produziert werden.

Neben der produktionsbedingten Wasserverschmutzung kommt es - gerade bei zu geringen Niederschlagsmengen - auch zu problematischen ökologischen Folgen bei der Verwendung von örtlichen Wassersystemen. Fast 3 Milliarden Menschen sind in diesem Zusammenhang regelmäßig von Wasserknappheit betroffen.

Vor allem wegen des hohen Bedarfs an Tierfutter sind bei der Produktion tierischer Produkte - wie Milch und Fleisch - viel größere Mengen an Wasser erforderlich, als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Der unterschiedliche Wasserbedarf eines Soja-Burgers (160 Liter) im Vergleich zu einem Rindfleisch-Burger (1000 Liter) macht das sehr deutlich. Ebenso, wenn man den Wasserbedarf der Produktion von 1 kg Rindfleisch mit der von 1 kg Weizen vergleicht - siehe Abbildung.

 

Surftipp: Virtuelles Wasser

Für Deine eigene Gesundheit

Hier geht es weder um Schönheitsideale noch um den Body-Mass-Index. Auch nicht darum, was die Gesellschaft als normal erachtet. Allerdings wird es ab einem gewissen Punkt gesundheitsgefährdend. Millionen von Menschen leiden aufgrund ihrer Fehlernährung (mit überwiegend tierischen Produkten) an Übergewicht, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Osteoporose, Krebs und Diabetes.

Durch den hohen Konsum von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin kommt es zu Arteriosklerose, der Verengung der Blutgefäße - der Zivilisationskrankheit schlechthin. Diese birgt das Risiko für eine ganze Reihe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen - der Todesursache Nummer Eins in den Industrienationen.

Es gibt eine Reihe von Studien, die belegen, dass der Konsum von tierischen Produkten im Zusammenhang mit Krebskrankheiten steht. Dabei gibt es neben diesen krebsfördernden Nahrungsfaktoren auch hemmende: Ein größerer Verzehr von nicht stärkehaltigen und ballaststoffreichen pflanzlichen Lebensmitteln, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen führt zu einem niedrigeren Risiko, an Krebs zu erkranken. 

Übergewicht ist auch wesentlicher ein Faktor für die Entstehung von Diabetes, einer weiteren typischen Wohlstandserkrankung. Vegane Ernährung führt hier nicht nur zu einem viel geringeren Morbiditätsrisiko - sondern erhöht auch die Heilungschancen der Erkrankten.

Zuguterletzt: Wir sind sozusagen das einzige Säugetier, das sich im Erwachsenenalter mit Muttermilch (wohlgemerkt von einer anderen Spezies) ernährt. Mit der Folge von diversen Symptomen der Laktoseintoleranz, hohen Cholesterinwerten, erhöhtem Krebsrisiko und Osteoporose.

 

Buchtipp: China Study

Für die nächste Evolutionsstufe

Ja, wir haben früher in Höhlen gelebt und Mammuts gejagt. Und möglicherweise hat sich das Gehirn und somit die Intelligenz des Homo Sapiens erst aufgrund seines Konsums tierischer Proteine so prächtig entwickelt. Zu bezweifeln ist aber, dass dies für die zukünftigen Herausforderungen der Menschheit eine entscheidende Rolle spielen wird. 

Als da wären: Eine weltweite Bevölkerungsentwicklung auf 10 Milliarden Menschen bis 2060. Schlimme Prognosen zur weiteren Entwicklung der weltweiten CO2-Emissionen. Die Abholzung der noch verbleibenden Regenwälder, damit (neben einem ein Verlust von Biodiversität) eines wichtigen CO2-Absorbators und Wasserspeichers.

Während wir dabei sind, die Ressourcen unsere Planeten restlos auszuplündern erstickt die Welt im Müll, werden unsere Böden vergiftet und auf den Ozeanen treiben gigantische Müllinseln.

Kein Ende in Sicht: Die weitere Verbreitung unseres "westlichen Lebensstils", das Erschließen neuer Märkte für den Absatz tierische Produkte - vor allem nach China und Indien soll zu einer dramatischen Steigerung der Fleischproduktion von 300 Millionen auf 500 Millionen Tonnen führen.

Was wir als Spezies also viel dringender benötigen - damit wir unbeschadet im nächsten Jahrhundert ankommen, ohne unsere Lebensgrundlage zerstört zu haben  -  ist mehr emotionale Intelligenz, mehr Bescheidenheit und vor allem Weitblick. Und mehr Fahrradfahrer!

 

Go vegan!