Die Route

Ich möchte Aktivisten treffen, die sich für den Klimaschutz und Menschen- und Tierrechte einsetzen. Außerdem habe ich Infos zu spannenden Orten der Welt, den klimatischen Verhältnissen und der politischen Lage gesammelt und die vorherschenden Winde in den einzelnen Ländern berücksichtigt, weil ich gerne Rückenwind beim Radfahren habe. Aufgrund dieser Kritierien ist dann am Ende meine Route entstanden. Weil es eine Weltreise ist und ich an meiner Haustür damit beginne, starte ich erst einmal in Europa. Dann gehts nach Asien, Australien, Südamerika, Karibik bis nach Mittelamerika und von dort aus wieder nach Europa. Ich werde mit dem Rad bis an die Küsten fahren und über See auf Schiffen anheuern. Mal sehen, wie ich mich als Decksjunge oder Maschinist so mache. Oder als Smutje? Als Personal Trainer für reiche Damen? Wir werden sehen. Irgendeinen Job wird es schon für mich geben.

 

Europa

Zuerst fahre ich ein Stück durch Deutschland, um ein paar Freunde zu treffen und vegane Projekte zu besuchen. Danach gehts erstmal nach Amsterdam zu einem Teamkollegen vom ROC Vegan Cycling Team. Da ich Ende März losfahre könnte es sein, dass es noch ein wenig kalt und regnerisch sein wird. Aus diesem Grunde fahre ich nicht nach Norden, sondern über Belgien in Richtung Frankreich. Ich muss unbedingt belgische Pommes essen, bevor es ins Rennradland geht.  Dort möchte ich gerne die Tour de France Etappe Paris - Roubaix in umgekehrter Richtung fahren und in Paris vegane Sportler treffen.

Ich freu mich schon sehr, durch Frankreich zu fahren und den Atlantik zu sehen. Ich war vor 25 Jahren mal dort und es war wunderschön. Die Natur, das Meer... wunderbar. Von dort geht es nach Spanien und Portugal. Ab hier immer ostwärts mit Rückenwind durch Spanien, Frankreich nach San Remo... herrlich.

Dann gehts durch Italien und Slovenien nach Graz in Österreich. Über Ungarn, Rumänien, Bulgarien erreiche ich dann die Türkei. Dort fahre ich südlich am schwarzen Meer entlang.

 

Asien

Keine Ahnung, ob ich ab Iran oder Turkmenistan noch irgendwelche Straßenschilder lesen kann. Das wird spannend. Aber es gibt ja überall Menschen, die man fragen kann. Ich möchte gerne auf der Seidenstraße nach Usbekistan in die ewige Stadt Samarkand fahren und von dort aus über Tashkent Richtung Kirgisien. Die Kirgiesen sollen besonders freundliche Menschen sein. Dann rüber nach Kashi in China. Wenn es mir möglich ist, möchte ich in China die große Mauer sehen und in Tibet den Kailash umrunden. Der Kailash ist der Wohnsitz der Götter und mit einer Mala (Umrundung des Berges) kann man sich von seinen Sünden befreien.

Von China gehts nach Nepal ins Kathmandu - Valley. Das Land und die Menschen sind wunderschön. Viele Europäer reisen dorthin, um Wanderungen von Teehaus zu Teehaus zu machen. Dann ab nach Indien, wo ich sehr dringend Dr. Vandana Shiva besuchen möchte, die eine Menschenrechts- und Umweltaktivistin ist und für das 9-Saaten-Prinzip in Indien kämpft. Natürlich möchte ich bei der Gelegenheit nochmal in Rishikesh im Ganges baden. Nachdem ich die Westküste runtergefahren bin, möchte ich gerne rüber nach Auroville, das ist eine internationale Stadt in der Nähe von Chennai. Ein tolles Projekt mit Menschen aller Nationen.

Wenn es mir möglich ist, möchte ich danach durch Myanmar fahren. Zur Zeit soll das ein wenig schwierig mit der Durchreise per Fahrrad sein. Aber bis ich dort bin, ist ja noch ein bisschen Zeit. Danach fahre ich durch Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Indonesien... herrlich.  Es wird wunderbar, die Menschen und die Länder kennenzulernen. Und auch dort gibt es viele tolle Projekte, in denen sich die Menschen dem Umwelt- und Tierschutz widmen. In Vietnam möchte ich mir den Wald der Wunder in der Nähe von Ky Thuong anschauen, ein Regenwaldprojekt der OroVerde Stiftung. In Kambodscha werde ich soviel Curry- und Kokosgerichte in mich reinfuttern, wie es geht und natürlich bin ich auf Angkor Wat sehr gespannt. Wenn ich in Indonesien angekommen bin, wird es mein 30. Reiseland auf dieser Tour sein.

 

Australien

Von Indonesien aus ist es nur ein Katzensprung nach Australien, wo mich vermutlich ein Freund ein kleines Stück mit dem Rad begleiten wird. Das wird großartig. Geplant ist eine Umrundung von West nach Südost-Australien, um von dort nach Neuseeland zu reisen. In Neuseeland soll es so wunderbar schön sein wie nirgends auf der Welt. Und dann? Rüberarbeiten nach Südamerika. Mein großer Wunsch ist es, als Decksjunge über das Meer zu fahren. Ich würde auch Hand gegen Koje auf ner Yacht machen. Wir werden sehen, was möglich ist.

 

Südamerika

Südamerika möchte ich von Süden nach Norden fahren, weil ich dann vermutlich Rückenwind haben werde. Das Leben ist schön. Mein Wunschhafen ist Valdivia in Chile. Vielleicht komme ich aber auch am Kap Hoorn an. Es bleibt spannend. Dann gehts durch die Pampa in Argentinien nach Uruguay und von dort nach Brasilien. Zwischen Brasilien und Paraguay gibt es diese irren  Iguazú-Wasserfälle. Von denen träume ich schon seit Jahren. Es wird atemberaubend sein, dort wirklich anzukommen.

Durch den Chaco gehts dann nach Bolivien. Dort heisst es wieder klettern. Bolivien hat viele Höhenmeter zu bieten, einen Salzsee, die Hochebene Altiplano und den Titicacasee an der Grenze zu Peru. Wenn ich in Peru angekommen bin, möchte ich sehr dringend nach Machu Picchu.

Die Panamericana wird mich durch Equador nach Kolumbien bringen, wo ich dann abbiege nach Venezuela, um danach nach Trinidad und Tobago überzusetzen.

 

Karibik

Ich werde die karibischen Inseln Puerto Rico, Domenikanische Republik, Haiti und Kuba ansteuern. Vielleicht lerne ich dort Merenge... Herrlich.

 

Mittelamerika

Von Kuba aus muss ich unbedingt Richtung Mexico und Guatemala, weil ich mir Tikal anschauen möchte. Wenn ich schon mal in der Nähe bin, sollte mir mir das nicht entgehen lassen. Von dort durch Honduras, Nicaragua und Costa Rica nach Panama. Wer träumt nicht von Panama? Ganz Panama riecht nach Bananen. Ich werde das herausfinden. Und wenn ich Glück habe, gelingt es mir, dort einen Bananendampfer zu finden, der mich zurück nach Europa bringt.

 

Europa

Wenn ich dann in England angekommen bin, werde ich wohl auch schon ein bisschen Heimweh haben. Dort möchte ich eine liebe Freundin in Edinbourgh besuchen, ein Fußballspiel im Celtic Glasgow Stadion anschauen und danach nach Hause fahren.

Insgesamt habe ich ca. 60.000 Kilometer geplant. Ich werde 50 Länder bereisen, viele Menschen treffen und doch auch viel allein sein mit mir in der Natur und auf dem Rad. Ich bin sehr neugierig auf die Menschen und sehr gespannt, wie sich diese Reise entwickelt.